Geschichte der CDU Saar
Gemeinsam in die Zukunft
1957 war es der spätere Ministerpräsident Dr. Franz-Josef Röder, der sich für eine stufenweise Einigung zwischen beiden Parteien aussprach. Der CDU-Landesparteitag am 19. Mai 1957 nahm eine von Röder erarbeitete Resolution der Landtagsfraktion für offizielle Einigungsverhandlungen nach heftigen Diskussionen mit 364 zu 233 Stimmen an. In einer Kampfabstimmung wurde Egon Reinert im zweiten Wahlgang neuer CDU-Landesvorsitzender gegen Dr. Ney, dem im ersten Wahlgang eine Stimme zur absoluten Mehrheit fehlte.
Ministerpräsident Ney verlor seine Regierungsmehrheit, als im Dezember 1956 die DPS-Mitglieder der Heimatbund-Koalition (CDU, DPS, SPD) aufgrund unüberbrückbarer Differenzen zurück traten. Am 5. Juni 1957 erfuhr die Heimatbund-Regierung unter Egon Reinert eine Neuauflage. Die CVP blieb weiter von der Regierungsverantwortung ausgeschlossen. Sie nahm offizielle Verhandlungen mit der CSU auf und es kam am 30. Juni zur offiziellen Vereinigung der CVP mit der CSU Bayerns unter dem Namen CVP/CSU. Am 1. Juni 1958 verabschiedete die CDU Saar eine Resolution und formulierte drei Maßnahmen zur Zusammenführung des christlichen Lagers: Beide Fraktionen bilden eine Arbeitsgemeinschaft christlicher Demokraten; die CSU/CVP wird an der Regierung beteiligt; die CSU/CVP geht in der CDU Saar auf. Am 26. Februar 1959 bildete Reinert die erste Landesregierung, an der ein CSU/CVP-Vertreter (Ludwig Schnur) beteiligt war - der Weg zur Einigung beider christlicher Parteien war frei. Gleichzeitig zerbrach damit die Heimatbund-Koalition, denn die DPS war nicht mehr an der Regierung beteiligt. Am 19. April 1959 beschloss die CSU/CVP die Vereinigung mit der CDU. Dem am 30. April 1959 verstorbenen Reinert folgte als CDU-Landesvorsitzender und Ministerpräsident Dr. Franz-Josef Röder nach.
Gute Zeiten an der Saar: Franz-Josef Röder

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| Wahlplakat Röder |
Die CDU führte von Dezember 1955 bis zum März 1985 - und damit 30 Jahre lang - ununterbrochen die saarländische Landesregierung. 20 Jahre lang, von April 1959 bis zu seinem Tod im Juni 1979, stand Dr. Franz-Josef Röder, einer der Triebfedern für die Einigung der christlichen Parteien, an der Spitze des Landes. Zuvor war Röder zwei Jahre lang Kultusminister im Kabinett Reinert gewesen. Seine Arbeit war im wesentlichen von der Bewältigung der wirtschaftlichen Eingliederung nach Deutschland und von der Schaffung einer leistungsfähigen Verkehrs-Infrastruktur bestimmt. Die Landtagswahl 1960 brachte eine Koaliton aus CDU (36,6 Prozent, 19 Sitze) und FDP/DPS (13,8 Prozent, 7 Sitze). Die SPD kam auf 30 Prozent (16 Sitze). Die seit der Heimatbund-Zeit bestehende Zusammenarbeit der CDU mit der SPD war dadurch beendet. 1965 erhielten die CDU 42,7 Prozent (23) und die FDP/DPS 8,3 Prozent (4) der Stimmen. Die CDU erreichte jedoch nur 2 Prozent mehr als die SPD. Die bestehende Koalition wurde fortgesetzt. Zentrale Aufgaben: Förderung der Saarwirtschaft, Ausbau des Verkehrsnetzes, Verbesserung der Gesundheitsvorsorge, Ausbau des Bildungswesens, Kultur- und Familienpolitik. Die Diskussion über die Schulpolitik (Bekenntnisschulen, christliche Gemeinschaftsschulen) belastete die Koalition Ende der 60er Jahre. Parallel zur sozialliberalen Koalition in Bonn gab es zu dieser Zeit auch ähnliche Bestrebungen in der Saar-FDP.
Was mit der Landtagswahl am 14. Juni 1970 jedoch folgte, war eine fünfjährige Alleinregierung der CDU. Sie erhielt die absolute Mehrheit der Sitze (27) mit 47,8 Prozent. 23 Sitze gingen an die SPD. Die FDP/PDS verpasste den Einzug in den Landtag. Über die Gemeinschaft beider Parteien in der Stadt Saarbrücken durch Lafontaine und Klumpp näherten sich SPD und FDP/DPS in den Folgejahren an. Mit ihrer Politik gegen die CDU in Saarbrücken ebnete die FDP der SPD unter Lafontaine in der Landeshauptstadt den Weg. Inhaltlich bestimmte neben der Wirtschaftspolitik die Gebiets- und Verwaltungsreform 1974 die Arbeit. 345 selbständige saarländische Gemeinden wurden in 52 Gemeinden zusammengefasst. Gebildet wurden fünf Kreise (Merzig-Wadern, St. Wendel, Saarlouis, Saar-Pfalz, Neunkirchen) und der Stadtverband Saarbrücken.

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| Parteiveranstaltung |
Bei der Landtagswahl 1975 erreichte die CDU mit 49,1 Prozent ihr bestes Ergebnis, im Landtag kam es jedoch zum Patt zwischen CDU (25 Sitze) einerseits und SPD (22)-FDP (3) andererseits. Zur Allparteienregierung oder Neuwahl war die CDU nicht bereit. Die FDP stimmte schließlich dem Landeshaushalt 1976 zu - ein Schritt zur stillschweigenden Duldung der CDU-Regierung durch die FDP. Dabei spielte auch die Rolle der Saar-Regierung zu den Polenverträgen des Bundes eine Rolle. Am 1. März 1977 erfolgte auf Basis einer neuerlichen Koalition die Regierungsumbildung. Die FDP erhielt zwei Ressorts. Nach dem plötzlichen Tod von Ministerpräsident Röder im Juni 1979 wird Werner Zeyer neuer Ministerpräsident. Bei der Landtagswahl 1980 wird die SPD erstmals stärkste Fraktion (45,4 Prozent), die CDU erhält 44,0 Prozent, die FDP 6,9 Prozent. Es kommt noch einmal zur Auflage einer CDU-FDP-Koalition unter Werner Zeyer.
Quellen:
Dr. Gerhard Bauer: "Vom Zentrum zur CDU", Hundert Jahre Christliche Politik an der Saar, 1. Auflage 1981, Buchverlag Saarbrücker Zeitung
Hans-Otto Kleinmann: "Geschichte der CDU 1945-1982", Hrsg. Günter Buchstab, Deutsche Verlags-Anstalt Stuttgart 1993.